App-Nutzung statt App-Müdigkeit! Wie viele Apps braucht man wirklich?

Ein hoher Mehrwert führt zu regelmäßiger Nutzung – und der Mehrwert beginnt
mit geschickter Service-Bündelung. 

"Warum noch eine weitere App?"

So formulierte es neulich eine Anwenderin als sie hörte, dass Sitrion das alte Intranet der 90er-Jahre ersetzen wird durch die Sitrion ONE Lösung. Zugegeben: Die Mitarbeiterin gehörte im Unternehmen eher zu den älteren Semestern und das Unternehmen ist sehr traditionell aufgestellt. Entsprechend groß ist auch die ein oder andere technische und psychologische Hürde, die wir hier nehmen mussten. 
Großartiger Weise zählt genau diese Mitarbeiterin heute zu denjenigen, die die Sitrion ONE Mitarbeiter-App mit Begeisterung verwenden. Offensichtlich haben wir ihre Frage „Warum noch eine weitere App?“ gut beantwortet. 
Diese spontane Reaktion hat mich zum Nachdenken gebracht. Der Home-Bildschirm unserer Smartphones ist meist reichlich voll und der bunte Icon-Dschungel macht den schnellen Überblick fast unmöglich. Die Wetter-App erinnert mich an den Sonnenuntergang (warnt aber nicht vor Xavier), die Börsen-App zeigt mir den neuen Depot-Stand an, die Versicherungs-App empfiehlt mir, meine Hausratversicherung zu wechseln und Quiz-Duell drängelt mich die Partie noch zu Ende zu spielen. 

Wie viele Apps brauchen wir wirklich?

Bei allem Realismus muss ich sagen: Nur wenige Apps sind wirklich unverzichtbar. Vielleicht sind es fünf oder sechs, je nach Tätigkeitsfeld und Interessensgebiet. Tatsache ist aber, dass Nutzer nur eine sehr kleine Anzahl von Apps direkt verwenden, jedoch viele über die Benachrichtigungsfunktionen auf dem Smartphone nutzen. So wie Facebook also vom Dialog-Kanal mehr und mehr zum News-Feed wird, werden Apps nicht mehr als echte Interaktionstools verwendet, sondern sind mit ihren aufblinkenden Infoschnipseln auf dem Sperrbildschirm ein Teil des Nachrichten-Konzertes, dem wir tagtäglich lauschen. 

Fazit: Die Interaktion pro App sinkt mit Anzahl der Apps. 

Nehmen wir beispielsweise die Wetter-Apps. Ich persönlich habe zwei Quellen für das Wetter: Das Standard-iPhone-Wetter vom Wetterkanal und Dark Sky, eine App, die wichtige, aktuelle Infos im Laufe des Tages liefert. Beide Anwendungen nutze ich nur um die Benachrichtigungen zu erhalten. Wird es heute regnen und wenn ja, wann? Ohne mein Zutun sagt mir die App direkt, was ich morgens anziehen sollte (okay, also die Klamotten raussuchen muss ich schon noch selbst...). 
Mit diesem Verhalten bin ich offensichtlich nicht alleine – wie die folgende Grafik zeigt. Während der durchschnittliche Erwachsene ungefähr 27 Apps auf seinem Smartphone hat, rufen wir lediglich drei davon aktiv auf. Auf diese drei Apps entfallen etwa 75 Prozent unserer Zeit – alle anderen Apps führen ein Schattendasein auf unserem Smartphone. 

Steigt man tiefer in die Analyse ein zeigt sich, dass die erwähnten 27 Apps häufig miteinander verbundene Systeme sind, wie zum Beispiel Facebook und Facebook Messenger. Als User nutzt man beide, da sie einander sinnvoll ergänzen. Somit hat Facebook quasi eine „Flaggschiff-App“ und eine „Satelliten-App“, die einen ergänzenden Funktionsumfang bietet. 

Mensch bleibt Mensch – ob privat oder im Job  

Was sagt uns das bezogen auf das Nutzungsverhalten von Mitarbeiter-Apps? Menschen sind Gewohnheitstiere. Das digitale Nutzungsverhalten das sie privat an den Tag legen, verändern sie auch im beruflichen Kontext nicht. Der Mensch bleibt Mensch, ob im Job oder privat. Ein Smartphone-Hasser mutiert nicht zum Digital Native sobald er die Bürotür durchschreitet. Genauso ist es kaum vorstellbar, dass Mitarbeiter ihr iPhone zuhause liegen lassen, bloß weil der Chef ein „Handyverbot“ ausspricht. Unser B2B-Userverhalten ist dem des B2C-Bereichs verflixt ähnlich. Und Fakt ist: Das Smartphone ist immer und überall,  daher sollte moderne Unternehmenskommunikation sich genau dies zunutze machen. 

Warum sollten Mitarbeiter nicht den Status der Resturlaubstage auf dem Smartphone anschauen und zuhause auf der Couch Urlaub beantragen können – so spielend leicht, wie sie anschließend die Urlaubsreise bei Expedia buchen? Na eben. Übrigens: Was eine Mitarbeiter-App mit Pudding zu tun hat, das erkläre ich in einem anderen Blogbeitrag. 

Weniger Relevantes ist mehr!

Das Verhalten der Mitarbeiter auch im Hinblick auf Apps ist also im beruflichen wie im privaten relativ ähnlich. Man könnte nun auf die Idee kommen, dass man auch im Job dutzende von Apps benötigt: eine HR-App, eine App für den Zugriff auf Dokumente, eine Zeitmanagement-App, eine App für Ausgaben, einen Cisco-Zugang für geheime Dokumente auf dem Unternehmenslaufwerk – und natürlich die gesamte Sammlung von Akronym-Apps für ERP, CRM, SCM und EIM.  

Stopp – brauchen wir das wirklich? Denken wir an die Wetter-App und die Frage, die man sich bei jedem System stellt: Was steckt da für mich drin?

Theoretisch könnte man all diese Apps nutzen – aber man macht es einfach nicht. Learning für die Praxis: Mitarbeiter X muss nicht seine gesamten HR-Daten angezeigt bekommen, wenn er nur den neuesten Lohnzettel sucht.  

Man benötigt auch kein mehrdimensionales Diagramm der gesamten Unternehmensstruktur, wenn man einfach nur wissen will, welcher Kollege morgen Urlaub hat.  

Die Chance einer intelligenten App liegt darin, dass sie räumlich und zeitlich unabhängig und personalisiert genau das bietet, was der einzelne User braucht. Braucht er es nicht oder nutzt er es zu selten, dann ist die Funktion ohne Wert und sie belastet die Übersichtlichkeit des ganzen Systems. Mangelnde Übersichtlichkeit führt zu längeren Suchprozessen. Das kostet Zeit, also Arbeitszeit, also Geld. Erinnerst du dich noch an Henry Ford und die Fensterregel? 

Fakt ist auch, dass Mitarbeiter einfach ihre Arbeit erledigen wollen, daher brauchen sie nur einen konsolidierten Blick auf ihre eigentlichen Kernprozesse und die dafür relevanten Informationen.  

Diesen Ansatz gilt es im ersten Schritt in der Firmenkultur zu etablieren, d.h. man informiert sich über Relevantes und schützt einander gleichzeitig vor Datenmüll und CC-Arien. 
Im zweiten Schritt muss dieser smarte Ansatz auch in den technischen Systemen abgebildet werden und dabei sind – bei aller Bescheidenheit – wir von Sitrion der richtige Partner. 

Wie so etwas aussieht, das zeigt das nebenstehende Beispiel einer Benachrichtigung innerhalb der Sitrion ONE-Mitarbeiter-App. Diese Nachricht weist mich darauf hin rechtzeitig meine Urlaubstage zu planen. Wenn es mir zeitlich passt – und sei es zuhause auf der Couch – bringt mich die App direkt zur passenden Urlaubsanfrage in Sitrion ONE.   

Nicht nur die Benachrichtigung kommt direkt von HR, sondern ich kann auch den Antragsprozess durchführen, ohne jemals ein anderes System zu besuchen. Das ist so konkludent wie das smarte Zusammenspiel von Facebook-App und Facebook-Messenger. 

So geht Kommunikation heute: Kampf der App-Müdigkeit! 

Die Daten aus dem Diagramm am oberen Rand dieses Beitrags legen nahe, dass Menschen nur Apps verwenden, die ihnen einen Mehrwert bieten. „Was steckt da für mich drin?“, ist die Frage, die jedes System beantworten muss. Ohne Mehrwert keine Nutzung.
 
Damit wir in der Kommunikationslandschaft eines Unternehmens keine App-Müdigkeit erleben, müssen wir genau diese Frage immer wieder sinnvoll beantworten. Dabei sollten wir zusätzlich berücksichtigen, dass wir nicht mit anderen Unternehmensanwendungen konkurrieren. Sondern wir konkurrieren um Aufmerksamkeit.  Klar, keine Organisation hat die Macht, Facebook beiseite zu schieben. Aber wir haben die Möglichkeit von Facebook und anderen Services zu lernen, die digitalen Nutzern rundum Spaß machen oder einfach gut gemacht sind. Das Ziel sollte sein, ein schlüssiges System zu erschaffen, in dem die Mitarbeiter personalisiert die relevanten Funktionen wiederfinden. Dazu ist eine Mitarbeiter-App mit den wichtigsten Kernelementen unserer Erfahrung nach der beste Weg.  

Wer seine Kernfunktionen bündelt und damit genug "Nutzenswertes" für jeden anbietet, der wird feststellen, dass die Funktionalitäten des Systems akzeptiert und angewendet werden. Wer auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter gewinnt, legt strukturell und informativ den Grundstein für: bessere Arbeit. 

„Warum noch eine App?“ - Weil sie uns besser arbeiten lässt! 

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Daniel Kraft, CEO & Präsident

Daniel Kraft ist der CEO von Sitrion. Seine Leidenschaft gilt Themen rund um Innovationen am Arbeitsplatz. Insbesondere moderne Methoden der Zusammenarbeit, mobile Arbeitsgestaltung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben haben es ihm angetan. Er ist durch seine Expertise ein gefragter und engagierter Redner, dessen Anliegen es vor allem ist, alle Mitarbeiter an den Puls eines Unternehmens anbinden zu können und sie somit produktiver zu machen. Kein Wunder also, dass er auch im TED Universum vertreten ist. Daniel hatte bereits verschiedene Führungspositionen in internationalen Technologie-Unternehmen inne und arbeitete in Nordamerika, Europa und Asien. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.

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