Die Frage der Fragen: “Was ist da für mich drin?” – Part I

Oder: Ford und das Fenster-Problem, modern interpretiert.

Zugegeben: Die Digitalisierung mag unsere Geschäftsmodelle schlauer und die Kommunikationsmaßnahmen zielgerichteter gemacht haben. Doch wird heute weniger Geld aus dem Fenster geworfen? Ich denke nein. Und dieses Thema betrifft die Mitarbeiterkommunikation heute ganz besonders, wie ich in diesem Blogbeitrag erklären möchte.

Schon der gute alte Henry Ford wusste: „Ich schmeiße die Hälfte meines Marketinggeldes zum Fenster raus. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte“.
Zu Fords Problem mit „Marketinggeld“ kann man für die Realität der heutigen Unternehmen munter ergänzen: Human Ressources Budget, Incentive-Budget, IT-Budget und vieles mehr. Wir schmeißen überall Geld aus dem Fenster. Oder, wie neulich ein befreundeter CEO sagte: „Wir haben noch Effizienzreserven“.
Meine These (und ich freue mich ehrlich auf Ihre Kommentare dazu!): Es gilt immer noch die „Hälfte-Regel“ von Ford. Die Hälfte ist zum Fenster rausgeworfen. Und das liegt in der Natur des Menschen begründet, denn auch wenn heute andere Kanäle vermeintlich zielgerichtet mit uns kommunizieren: Endlich ist und bleibt doch die menschliche Aufmerksamkeit!

Das Problem mit dem Aufmerksamkeits-Splitting

Das bedeutet: Es gibt nicht mehr nur das eine große Telefon mit Tasten im Hausflur, sondern jeder schleppt zig Kommunikationstools mit sich herum. Smartphone, Whatsapp, Facebook, und viele mehr. Kommunizieren wir dadurch wirklich mehr? Nein. Unsere Aufmerksamkeit verteilt sich nur auf multiple Kanäle. Oder nehmen wir das Fernsehen: Zwar ist der Konsum von Bildschirm-Entertainment in Form von linearem Fernsehen zurückgegangen, dafür kassieren Youtube, Netflix & Co einen ordentlichen Anteil. Fazit: Die Summe unseres Bildschirm-Entertainment-Konsums bleibt gleich.

Fazit: Die Summe unseres Bildschirm-Entertainment-Konsums bleibt gleich.

Warum ist diese Feststellung wichtig? 

Auch im Bereich der Unternehmensführung haben wir es mit dem einfachen Problem zu tun, dass wir Botschaft X zu Mitarbeiter X tragen wollen. Manchmal ist es nur das: 
Lieber Mitarbeiter, du hast Resturlaub, bitte nimm deinen Urlaub bis 31.12.
Doch der Mitarbeiter ist abgelenkt, mit Telefon, Mails, Kundenbesuchen, dem Schwätzchen mit Kollegen. Meine Botschaft bleibt ungehört. Das Unternehmen muss Rückstellungen bilden für übertragenen Urlaub, das belastet die Bilanz und drückt auf das Jahresergebnis. Sorry, man kann so etwas wirklich in Geld ausdrücken!

Was hat ein Urlaubsantrag mit Pudding zu tun?

Meine wertvolle – ja, geldwerte! - Botschaft dringt nur dann durch, wenn der Mitarbeiter sich dafür interessiert und demzufolge meine Botschaft anderen Botschaften vorzieht. Aufmerksamkeit ist dafür das eine. Der Mehrwert ist das andere. Denn unser geändertes Medien-Nutzungsverhalten hat uns vor allem eingeschärft, nur noch solche Botschaften zu konsumieren, die uns einen Mehrwert bringen. Mehrwert kann bedeuten: Informationsvorsprung. Oder Service. Oder einen Bonus oder direkten Vorteil.
„Was ist da für mich drin?“ - Diese Frage stellt niemand bewusst, wenn er Medien konsumiert, aber unterbewusst. Haben Sie sich mal gefragt, warum Sie bei Business Insider oder Huffington Post jene Artikel anklicken, die anfangen mit den Worten „DIESE 5 Sachen tun Millionäre direkt nach dem Aufstehen..? Sie klicken nur deshalb weil Sie sich entschieden haben: „Da steckt was für mich drin“. Ich lese es – vielleicht werde ich selbst Millionär? Das Belohnungszentrum ist aktiviert – klick!

Was steckt für Ihre Mitarbeiter in den Nachrichten, die Sie senden? Sind sie innerhalb eines intuitiven Systems? Bieten sie einen Mehrwert? Machen sie Spaß, weil sie schneller sind als die alte Intranetlösung der 90er? Sind sie schicker, weil sie toll aussehen und direkt auf dem Smartphone empfangen werden können? Bieten sie einen intelligenten Zusatznutzen, zum Beispiel, dass der Mitarbeiter im Außendienst unterwegs seinen Urlaubsantrag stellen kann, so bequem und schnell wie bei HRS ein Hotel zu buchen? Oder kann ich einen smarten Zusatznutzen finden? Wer noch seinen Resturlaub nimmt, bekommt ein kostenloses Dessert in der Kantine? Why not – hm, mal drüber nachdenken. Warum sollte ein Urlaubsantrag nicht mit Pudding versüßt werden können?

Löst Ihre Kommunikation ein paar Probleme – oder schafft sie welche?

„Was steckt da für mich drin?“ - wer diese Frage über alle seine Kommunikationswerkzeuge stellt, wird anders schreiben, wird anders konzipieren, anders programmieren. Diese Frage stellen auch wir bei Sitrion uns immer, wenn wir eine Kommunikationslösung für unsere Kunden erstellen. Und wir stellen sie uns bei jedem Newsletter und bei jeder E-Mail (naja, fast…).
Daher kann ich nur empfehlen, diese Frage laut zu stellen und die bisherigen Kanäle, die bedient werden, mutig in Frage zu stellen. Es geht heute darum, mit einer intelligenten Applikation die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu bekommen und ihnen vielleicht genau die richtige Plattform zu bieten, die sie zu guter Leistung erst befähigt.
Schon sind wir beim Thema Human Resources und bei der Erkenntnis, dass herkömmliche Intranets mit ihren gut versteckten Download-Bereichen für Handbücher und Co mit Sicherheit ausgedient haben. Das hätte vermutlich auch der gute alte Henry Ford erkannt, würde er – rund hundert Jahre, nachdem er den ersten T-Ford vom Band laufen ließ – in die Neuzeit gebeamt werden.
„Die Hälfte meines Geldes...“, sein Satz stimmt noch immer, aber das ist auch eine Chance. Intelligente Kommunikatoren arbeiten hart, um im Konzert der Botschaften durchzudringen. Werbestrategen denken darüber nach, wie sie ihre Botschaften relevant, zielgerichtet und mit der richtigen Technologie teilen können (Ford musste damals nur Plakate kleben und Spots im Hauptprogramm einer Handvoll TV-Stationen schalten, aber er wäre heute ein Fuchs des Performance-Marketings! Nicht bewiesene Einschätzung, Anm. d.Red.).

Wie Sie diese Erkenntnisse in einer Mitarbeiter-App bündeln können und warum es wichtig ist, nicht einfach nur eine Abteilung, sondern viele Stakeholder in die Diskussion zu integrieren, erfahren Sie in unserem nächsten Blogpost...

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Daniel Kraft, CEO & Präsident

Daniel Kraft ist der CEO von Sitrion. Seine Leidenschaft gilt Themen rund um Innovationen am Arbeitsplatz. Insbesondere moderne Methoden der Zusammenarbeit, mobile Arbeitsgestaltung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben haben es ihm angetan. Er ist durch seine Expertise ein gefragter und engagierter Redner, dessen Anliegen es vor allem ist, alle Mitarbeiter an den Puls eines Unternehmens anbinden zu können und sie somit produktiver zu machen. Kein Wunder also, dass er auch im TED Universum vertreten ist. Daniel hatte bereits verschiedene Führungspositionen in internationalen Technologie-Unternehmen inne und arbeitete in Nordamerika, Europa und Asien. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.

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